Rheinland und Nordrand Rheinisches Schiefergebirge

Teilräume Rheinland und Rheinisches Schiefergebirge (Nordrand)

Im Fokus der Untersuchungen stehen Karbonatgesteine: Dies sind die vor ca. 350 Mio. Jahren abgelagerten „Kohlenkalke“ aus der Karbon-Zeit sowie die bis zu 380 Mio. Jahre alten „Massenkalke“ aus der Devon-Zeit.

Rheinland

Das nordrhein-westfälische Rheinland erstreckt sich von Emmerich und Xanten im Norden bis hin nach Bonn im Süden. Somit wird ein Großteil des Westens von NRW abgedeckt. Geologisch betrachtet ist der Untergrund hier durch verschiedenste Gesteine geprägt, die ganz unterschiedliche Alter aufweisen. An der Oberfläche treten meist tertiär- und quartärzeitliche Ablagerungen auf. Interessant ist dieses Gebiet hinsichtlich der Karbonatgesteine im Untergrund, die von der Kreide bis ins Karbon und Devon reichen und verschiedene Höhenniveaus abdecken. Es handelt sich um Gesteine die verkarstungsfähig sind, daher potenziell eine gute Wasserwegsamkeit aufweisen und somit für einen hydrothermale Nutzung näher betrachtet werden können. Die Karbonate der Kohlenkalk-Gruppe, die zur Zeit des Unterkarbons große Riffplattformen gebildet haben, können im Rheinland bis zu 4 000 m tief liegen und Temperaturen bis zu 120 °C erreichen. Als zweite Einheit kommt – vor allem im Süden – der devonzeitliche Massenkalk für eine hydrothermale Nutzung infrage. Andere Gesteine, die eine hohe Wärmeleitfähigkeit, aber eine geringe Wasserwegsamkeit besitzen, können für geschlossene Erdwärmesonden in Erwägung gezogen werden.

Für eine bessere Abschätzung der Untergrundbeschaffenheit hinsichtlich der Gewinnung geothermischer Energie werden neben Parametermessungen im Labor (Wärmeleitfähigkeit, Porosität, Permeabilität etc.) neue Bohrungen durchgeführt. Der bereits vorliegende Datenbestand wird digitalisiert und mit einer neuen Fragestellung ausgewertet. In das geothermische Untergrundmodell fließen dabei Informationen aus aufgearbeiteten Altbohrungen, aktuellen Bohrungen, bohrlochgeophysikalischen Untersuchungen und vorhandene, neu interpretierte Seismik-Messungen ein.

Projektraum „Rheinland“
Projektraum „Rheinland“
Projektraum „Rheinland“

Projektraum „nordrhein-westfälisches Rheinland“

Nordrand Rheinisches Schiefergebirge

Dieser Teilraum erstreckt sich vom südlichen Ruhrgebiet bis in den nördlichsten Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Geologisch ist dieser Bereich überwiegend durch paläozoische Gesteine geprägt, die an der Geländeoberfläche ausstreichen. Dabei ist nach Süden ein kontinuierlicher Wechsel von jüngeren zu älteren Gesteinen zu beobachten. Während der Norden des Projektraumes durch karbonzeitliche Gesteine an der Oberfläche geprägt ist, treten im Süden bereits ältere Gesteine der Devon-Zeit auf. Letztere reichen von Sand- und Tonsteinen bis hin zu Kalksteinen, den sogenannten Massenkalken, die ein hohes geothermisches Potenzial haben, da sie verkarstungsfähig sind.

Vor allem im südlichen Ruhrgebiet liegen sie in größeren Tiefen und kommen potenziell zur Wärmeproduktion infrage. Um dies gewährleisten zu können, werden die dem GD NRW vorliegenden Daten digitalisiert und in ein neues Untergrundmodell integriert. Hierzu gehört u. a. die DEKORP-Seismik von 1986. Zudem liegen vor allem für den südlichen Teil aktuelle Bohrlochgeophysikdaten vor. Nach dem schematischen Schnitt kann für dieses Gebiet ein potenzieller Zielhorizont (Massenkalk) in einer Tiefe von ungefähr 2 500 m vermutet werden.

Projektraum „Nordrand Rheinisches Schiefergebirge“
Projektraum „Nordrand Rheinisches Schiefergebirge“
Projektraum „Nordrand Rheinisches Schiefergebirge“

Projektraum „Nordrand Rheinisches Schiefergebirge“